Israel, Juden äußern „Ekel“ über antisemitische Bilder auf einem deutschen Kunstfestival

BERLIN, Deutschland (AFP) – Jüdische Führer und die israelische Botschaft in Deutschland äußerten am Montag „Ekel“ über antisemitische Bilder, die auf der Documenta, einer der größten Kunstmessen der Welt, gezeigt werden.

Documenta war gewesen in Kontroversen getrübt seit Monaten wegen der Einbeziehung einer palästinensischen Künstlergruppe, die die israelische Besatzung scharf kritisiert.

Zwei Tage nach der Eröffnung der Ausstellung geriet auch eines der ausgestellten Werke der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi unter Beschuss, wegen Darstellungen, die sowohl der deutschen Regierung als auch jüdischen Gruppen zufolge zu weit gingen.

Das anstößige Wandbild zeigt ein Schwein mit einem Helm, auf dem „Mossad“ prangt.

In derselben Arbeit wird ein Mann mit Seitenlocken dargestellt, die oft mit orthodoxen Juden in Verbindung gebracht werden, mit Reißzähnen und blutunterlaufenen Augen und einem schwarzen Hut mit SS-Insignien.

„Wir sind angewidert von den antisemitischen Elementen, die öffentlich auf der Ausstellung Documenta 15 gezeigt werden“, sagte die israelische Botschaft in einer Erklärung.

In einem anderen Bereich desselben Wandgemäldes ist ein Schwein zu sehen, das einen Helm trägt, auf dem der Begriff „Mossad“ prangt. (Screenshot/Twitter)

„Elemente, die in bestimmten Exponaten dargestellt werden, erinnern an Propaganda, die von Goebbels und seinen Schlägern in dunkleren Zeiten der deutschen Geschichte verwendet wurde“, fügte sie hinzu.

„Alle roten Linien wurden nicht nur überschritten – sie wurden zerschmettert.“

Josef Schuster vom Zentralrat der Juden in Deutschland stellte fest, dass „die Kunstfreiheit dort endet, wo Fremdenfeindlichkeit beginnt“.

Auch Kulturministerin Claudia Roth sagte, dass hier „die künstlerische Freiheit an ihre Grenzen stößt“, und forderte die Kuratoren der Schau auf, „das Notwendige zu zeichnen [conclusions].“

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, sagte der Tageszeitung Bild, dass er wegen des Bildes ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft einleite.

Präsident Josef Schuster, Mitte, und die Vizepräsidenten Abraham Lehrer, rechts, und Mark Dainow sprechen während einer Pressekonferenz am 30. November 2014 in Frankfurt, Deutschland. (AP Photo/Michael Probst/File)

Die Documenta, die in der deutschen Stadt Kassel stattfindet, umfasst die Werke von mehr als 1.500 Teilnehmern.

Zum ersten Mal seit ihrem Start im Jahr 1955 wird die Schau von einem Kollektiv, dem indonesischen Ruangrupa, kuratiert.

Aber schon im Vorfeld der Eröffnung der Show an diesem Wochenende ist die Gruppe unter Beschuss geraten, weil sie das Kollektiv „The Question of Funding“ wegen seiner Verbindungen zur BDS-Boykott-Israel-Bewegung eingeschlossen hat.

BDS war als Antisemit bezeichnet 2019 vom Deutschen Bundestag verurteilt und vom Bezug von Bundesmitteln ausgeschlossen. Rund die Hälfte des Budgets von 42 Millionen Euro für die Documenta stammt aus öffentlichen Mitteln.

Zur Eröffnung der Ausstellung an diesem Wochenende sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, er habe erwogen, die Veranstaltung ausfallen zu lassen.

Illustrativ: Deutschlands Präsident Frank Walter Steinmeier, links, mit dem ehemaligen Präsidenten Reuven Rivlin vor dem fünften Welt-Holocaust-Forum in Jerusalem, Israel, 22. Januar 2020. (Atef Safadi/Pool Photo via AP)

„Während gewisse Kritik an der israelischen Politik, etwa am Siedlungsbau, gerechtfertigt ist“, sagte er, sei die Anerkennung des israelischen Staates „die Grundlage und Voraussetzung der Debatte“ in Deutschland.

Er bezeichnete es als beunruhigend, dass sich einige von außerhalb Europas oder Nordamerikas geweigert hätten, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, an denen jüdische Israelis teilnahmen.

Auffallend sei, dass bei dieser Ausgabe der Documenta kein jüdischer Künstler aus Israel vertreten sei, stellte er fest.

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